Weinliebhaber schätzen zunehmend spanische Weine

Weine aus Spanien haben in den vergangenen Jahren einen enormen Aufschwung erfahren und stehen heute bei Weinliebhabern ganz hoch im Kurs. Obwohl Spanien als Rotweinland gilt – am bekanntesten ist wohl Rioja – , macht auch Weißwein einen großen Teil der Produktion aus. Insgesamt wurden über 22 Millionen Hektoliter Wein im Jahr 2011 produziert, Tendenz steigend.

Hohe Qualität und ausgezeichnetes Klima

Weinbau ist einer der größten Wirtschaftsfaktoren Spaniens. So verwundert es kaum, dass spanische Weine heute über eine sehr gute Qualität verfügen und von Weinliebhabern in der ganzen Welt gerne getrunken werden. Da es in Spanien viele verschiedene Bodenformen gibt, ist auch die Anzahl der Rebsorten und der daraus gewonnenen Weine äußerst vielfältig. Auch das Klima ist entscheidend für die Reben: In Spanien kommt sowohl das atlantische als auch das kontinentale und das mediterrane Klima vor, dazu einige für die Regionen typische Microklimata, die den Charakter der verschiedenen Weine ausmachen. Optimale Voraussetzungen, um hochwertige spanische Weine hervorzubringen. Wer sich selbst davon überzeugen will, dem sei eine Weinverkostung auf einem Weingut (Bodega) direkt vor Ort empfohlen.

Kräftige Rote und frische Weiße

Aufgrund des Klimas gibt es in jeder Region Spaniens Weinanbau, inklusive der Balearen und Kanaren Inseln. Die wohl bekannteste spanische Rebsorte ist Tempranillo: Der kräftige, aromatische Rotwein ist der „Star“ unter den spanischen Weinen und schmeckt je nach Boden des Anbaugebietes fruchtig bis kräftig, allerdings immer mit einer feinen Säure. Das bekannteste Anbaugebiet ist die Rioja im Norden Spaniens, dort wird auch der meiste Tempranillo produziert. Rioja ist also keine Rebsorte, sondern ein Anbaugebiet!

Immer beliebter wird die weiße Rebsorte Cayetana Blanca, aus deren Traube ein sehr trockener Weißwein gekeltert wird. Sie wird hauptsächlich in der Extremadura, einer Region im Südwesten, die an Portugal grenzt, angebaut, aber auch in der Rioja. Einen krassen Gegensatz zur herben Säure bildet der süße Dessertwein Moscatel, der in der Region Malaga angebaut wird. Weitere bekannte Rebsorten sind Airen oder Bobal. Auch die Anzahl der Chardonnay-Weine aus Spanien steigt; die Trauben werden z.B. in Navarra angebaut und bringen einen aromatischen, feinen Weißwein hervor. In der Region Rueda ist die Rebsorte Verdejo immer populärer; die Rebstöcke liefern einen gehaltvollen Weißwein.

Tendenz: steigend

Spanien hat sich inzwischen zum zweitgrössten Weinexporteur nach Italien weltweit entwickelt, und damit klassische Weinnationen wie Frankreich überholt. Die Entwicklung zeigt, dass die spanischen Winzer einen sehr erfolgreichen Weg eingeschlagen haben und ihre Weine auch in Zukunft zu den beliebtesten der Welt zählen werden.

Exportzahlen Spanischer Wein

Quelle: Deutsches Weininstitut, zitiert nach de.statista.com

Kleine Weinkunde für Kenner

Die Qualität der spanische Weine wird in 3 Katagorien gefasst:

  • Vino de Mesa: einfacher Tafelwein, ohne weitere Angaben
  • Vino de la Tierra (VdlT): Landwein, meist mit Angabe der Rebosorte und Herkunft
  • D.O. (Denominación de origen): Wein mit kontrollierter Herkunftsbezeichnung

Innerhalb eines Anbaugebietes wird weiter unterschieden nach:

  • Cosecha oder Vino Joven: Noch unreifer Wein bzw. ohne Holzfassausbau
  • Crianza: Wein mit geregelter Mindestzeit an Fass- bzw. Flaschenlagerung
  • Reserva: Dieser Wein ist länger gelagert als Crianza
  • Gran Reserva: Hat die längste Lagerzeit und somit beste Qualität

Weitere Links zum Thema

www.wein-aus-spanien.org (Spanische Wirtschafts- und Handelsabteilung – ICEX)
Spanischer Wein bei Deutschen beliebt (Artikel „Deutsche Welle“)
ILOVEWINE – Traditionelles Weingut mit Online-Versand
Modernes Weingut am Puig d’en Ros in Palma auf Mallorca