Was Sie über Weinkorken wissen sollten

Stehen Sie auch oft vor der Frage, welchen Wein Sie auswählen sollen? Neben der beträchtlichen Vielfalt an deutschen und internationalen Weinen samt verschiedensten Geschmackskomponenten spielen auch Weinkorken für Kenner eine wichtige Rolle. Naturbelassene Korken sind ein Ausweis von Qualität, wohingegen modernere und kostengünstigere Verschlussvarianten wie Plastikkorken oder Schraubverschlüsse mit eher billigen Weinsorten assoziiert werden. Doch welche Vor- und Nachteile haben Echtholzkorken? Wo kommen sie ursprünglich her? Können alternative Verschlüsse traditionelle Weinkorken ersetzen?

Ein kurzer Blick auf die lange Tradition der Weinkorken

Schon im antiken Griechenland wurden so genannte Korkpfropfen benutzt, um Weinfässer möglichst zuverlässig verschließen zu können. Bis in das späte Mittelalter hinein wurden aber größtenteils Holzstopfen benutzt, um Fässer und Weinflaschen abzudichten. Ein Benediktiner Mönch bemerkte jedoch Ende des 17. Jahrhunderts, dass diese Stopfen nach einem längeren Transport springen können, woraufhin er sie durch Holzkorken ersetzte. Wenig später schon sollten bekannte Champagnerhersteller dieses für damalige Verhältnisse innovative Verschlusssystem mittels Korken (Echtholz) verwenden. Den industriellen Durchbruch feierten Weinkorken erst Ende des 19. Jahrhundert im Zuge der wachsenden Produktionstätigkeit. Korken erwiesen sich als sehr gute Möglichkeit, um Flaschen sicher und ohne Verluste transportieren zu können. Innerhalb weniger Jahrzehnte nahm die Produktion von Weinkorken rasant zu.

Material und Herstellung – Einblick hinter die Kulissen des Produktionsprozesses

Weinkorken werden aus der Rinde der Korkeiche hergestellt. Dieser Baum ist im mediterranen Raum beheimatet. Allerdings kann die Rinde zur Herstellung von Korken erst nach dem 25. Lebensjahr des Baumes erfolgen, was zu erklären vermag, warum es sich um einen teuren und begehrten natürlichen Rohstoff handelt. Interessant auch die Tatsache, dass Korkwälder wichtige Lebensräume darstellen, wie der NABU Deutschland aufzeigt.

Portugal ist der weltgrößte Hersteller von Korken. Früher wurde das Korken (der Herstellungsprozess) in mühevoller Handarbeit vorgenommen, heute übernehmen Maschinen diese Arbeit. Auch das Verkorken (Einsetzen in den Flaschenhals) erfolgt heute maschinell im Zuge der Massenfertigung. Dabei werden Weinkorken zunächst mit einer konischen Presse zusammengerückt und anschließend mit hoher Geschwindigkeit in den Flaschenhals gepresst. Dort presst sich nun der Weinkorken an die Glaswand und sorgt für einen sicheren Verschluss. Qualitative Unterschiede gibt es im Hinblick auf das verwendete Material. So werden einfache Presskorken für Massenprodukte aus Stanzresten hergestellt, ein hochwertiger Weinkorken wird direkt aus der Rinde gestanzt.

Ein Hauptnachteil neben dem hohen Preis – der korkige Geschmack

Weinkenner bemängeln die mitunter anzutreffende geschmackliche Eigenschaft des korkigen Geschmacks. Es kann sein, dass der Weinkorken einen muffigen Beigeschmack erzeugt, der das natürliche Aroma des Weines empfindlich stören kann. Unter Umständen kann ein Wein sogar ungenießbar werden. Dieser unerwünschte Nebeneffekt des Naturproduktes ist laut Studien auf eine fehlerhafte Lagerung des Ausgangsmaterials sowie auf Spuren von Trichloranisol zurückzuführen. Auch Chemikalien, mit denen die Korkeichen behandelt werden, können zu unerwünschten, geschmacksverändernden Wirkungen führen.

Plastikkorken und Schraubverschlüsse – taugliche Alternativen für kulinarische Genüsse?

Kork ist ein eher seltener und recht teurer Rohstoff, insofern ist verständlich, dass immer mehr Weinhersteller traditionelle Weinkorken durch Plastikmodelle oder einfache Schraubverschlüsse ersetzen. Auf diese Weise lassen sich die Produktionskosten nachhaltig senken. Hersteller argumentieren damit, dass sie die natürlichen Ressourcen schonen möchten und sich der Geschmack auch nicht ändern würde. Dies ist wohl war, allerdings ist zu fragen, wie Kunden diese alternativen Verschlüsse aufnehmen. Im eher preiswerten Weinsegment dürften alternative Weinkorken niemanden stören, aber bei exklusiven Weinen gehört ein ‚echter‘ Weinkorken einfach zum Erscheinungsbild und zur wahrgenommenen Qualität. Schließlich ist schon das Öffnen der Weinflasche mit einem Korkenzieher ein sensorisches Erlebnis, das zum Weingenuss dazugehört. Nebenbei bemerkt sind viele Korkenzieher für die neuen Plastikmodelle gar nicht ausgelegt. Haben Sie es schon einmal ausprobiert?

Möchten Sie bei einem hochwertigen Wein auf einen Naturkorken verzichten? An diesen Fragen erkennen Sie, dass Weinkorken auch ein Inbegriff von Stil, Tradition und Genuss sind. Dabei spielen der höhere Preis sowie der etwaige Nachteil des korkigen Geschmacks keine große Rolle. Unabhängig von der Verschlussart rundet erst ein guter Wein den Genuss beim Essen ab – darin sind sich alle Weinliebhaber einig, die nicht selten auch gute Hobbyköche sind. Da liegt es nahe, dass neben dem einem guten Korkenzieher auch hochwertige Küchenmesser zur Ausstattung gehören, wie die EDEN-Quality Küchenmesser. Aber erst ein guter Wein macht jede Mahlzeit perfekt.